Weiße Katzen/ Der Audiometrie-Test

 

Die Hirnstammaudiometrie, bekannt auch unter dem Namen BAER (Brainstem Auditory Evoked Response) Test, bietet momentan die einzige Möglichkeit herauszufinden, ob ein Tier voll hörend ist, oder ob eine Einseitig- oder Beidseitige Taubheit vorliegt.

Zur Zucht zugelassen sind nur beidseitig hörende Tiere.

Seit längerer Zeit weiß man, dass es bei weißen Katzen gehäuft zu Problemen bezüglich der Hörfähigkeit kommen kann. Lange Zeit konnte das Hörvermögen nur mittels „Klatsch-Tests“ bestimmt werden. Die Zuverlässigkeit dieser Tests ist ersichtlich: Ist eine Katze nur einseitig hörend, so wird sie trotz allem auf ein Geräusch reagieren. Beidseitig taube Tiere spüren vielleicht den Luftzug und drehen sich desswegen just in diesem Moment um.

Daher gilt die Ableitung von Hirnstammpotentialen im klinischen Einsatz als erprobtes und objektives Untersuchungsverfahren mit reproduzierbaren Ergebnissen. (Info: Das Hörvermögen der gesunden Katze liegt in einem Frequenzbereich von 45–64 000 Hz. Damit hört die Katze deutlich höhere Tonlagen als der Mensch (bis 23 000 Hz).)

Die Untersuchung:
 
Der Test wird unter einer leichten Sedierung durchgeführt, da die Katzen die Platzierung der dazu nötigen Ohrenstöpsel und der unter die Haut gesetzten feinen Nadelelektroden im Wachzustand kaum tolerieren. Zusätzlich verhindern so genannte Bewegungsartefakte (fehlerhafte/künstliche Kurven, die auf Grund von Bewegungen entstehen) die Ableitung von eindeutig interpretierbaren Wellen. Durch diese Ohrenstöpsel werden nun so genannte Klick-Stimuli in verschiedenen Lautstärken gesendet, die wie jedes Geräusch via Mittel- und Innenohr als Schallwellen weitergeleitet, im Innenohr in Nervenpotenziale umgewandelt und entlang des Hörnerven ins Gehirn weitergeleitet werden, wo sie messbare Aktivität erzeugen. Diese Aktivität von Innenohr und Gehirn wird durch die Nadelelektroden aufgenommen und durch ein auf einem Computer basierenden System verarbeitet. Dies geschieht auf ähnliche Weise wie eine Antenne Radio- oder TV-Signale aufnimmt oder wie ein EKG die Herzaktivität aufzeichnet. Die aufgezeichneten Wellen (Potenziale) werden mit römischen Ziffern von I bis V nummeriert. Welle I wird in der Cochlea des Innenohrs generiert, also derjenigen Struktur, die bei Vorliegen einer angeborenen Taubheit degeneriert ist. Bei tauben Tieren mit Cochleadegeneration lassen sich somit keine Potenziale ableiten.

Die Lautstärke mit der eine Katze getestet wird liegt meist bei 70 Dezibel, da dies in etwa einer normalen Sprechlautstärke entspricht. Ein Wert von 90 Dezibel wird bereits als schwerhörig bezeichnet.


Beispielbilder und Erklärungen zum BEAR-Test des J&K-Wurfes:

Am 27.3.2010 war es soweit. Für die weißen Babys Dragonlance´s Jupiter, Kahn, Kitiara und Kassandra war der Tag des BEAR-Tests gekommen. Da es kaum Informationen bez. der Hörfähigkeit von farbigen Tieren gibt, hatte ich mich entschlossen Jewel und Kassandra ebenfalls mitzunehmen.

Bei Mag.Bregenzer im 19. Bezikr war es dann soweit. Das erste Kitten war an der Reihe. - Jupiter.
Er bekam eine leichte Sedierung und wir warteten, bis er ins Land der Träume geglitten war.
Dann wurden ihm Nadelelektroden seitlich unter das Ohr gesetzt, eine am Hinterkopf. Ein farblich markierter Ohrstöpsel für jedes Ohr.

Audiometrie Test

- Nun folgte der große Moment: Die Lautstärke der Ohrstöpsel wurde auf 70dB eingestellt – und Gott sei dank, man konnte am Computer bei beiden Ohren einen deutlichen Ausschlag sehen. Jupiter war beidseitig hörend!

Audiometrie Test

Nun war Kitiara dran. Das gleiche Prozedere noch einmal, Lautstärke hoch – und…. die Kurve für das linke Ohr schlug nicht aus. Mag. Bregenzer platzierte zur Sicherheit die Elektrode noch einmal um beim linken Ohr und startete einen erneuten Versuch und verstärkte auf 90dB. Nichts. Kitiara ist am linken Ohr taub.

Audiometrie Test

Das gleiche Ergebnis folge bei Kahn – einseitig taub. Als jedoch Kassiopeia beidseitig taub getestet wurde, wusste ich – kein Klatschtest, keine Piep&Schmatzgeräusche können wirklich beweisen, dass eine Katze hört. Ich hätte beschwören können, dass sie alle zumindest einseitig hörend sind.

 

Was bedeutet eine taube Katze für ihren Besitzer?
Kassiopeia war bis zu dem BEAR Test eine normale, fröhliche und unbeschwerte Katze. Und nach dem Test? Genau die gleiche, nur machte ICH mir Sorgen, MIR tat sie leid, weil sie nie das rascheln eines Sackerls kennenlernen würde. Nie das zwitschern eines Vogels hören würde.
- NUR: Sie kennt es nicht. SIE weiß nicht, dass wenn man auf ein Sackerl springt, es sich nicht nur lustig anfühlt, sondern dass es auch Geräusche von sich gibt. Sie lebt in ihrer eigenen Welt, wo es Farben, Bewegung und Geschmack gibt. Nur eben keine Geräusche.
Auch wenn es mir heute noch immer leid tut das sie taub ist, so weiß ich zumindest, dass ICH es bin der traurig ist – aber Kassiopeia ist ein glückliches Kätzchen.

Der einzige wirkliche Unterschied besteht darin, dass eine taube Katze nie unbeaufsichtigt  Freilauf haben sollte. Auch wenn ihre anderen Sinne sicherlich geschärft sind – es fehlt trotz allem ein Sinn.
Gesellschaft sollte ein taubes Kitten auf jeden Fall haben! So hat sie einen Lebensgefährten an dem sie sich tagtäglich orientieren kann.

 

 

 

 

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- Christiana Kaiser

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

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